Das Licht und die Sterne ...

AS oder vorgeschickt: Das ist ein Auszug aus einem neuen Roman von mir - und deswegen nicht sofort zu verstehen.

Sternenhimmel

Tatsächlich landen Georg - mein Freund aus der Kindheit - und ich in der nahe gelegenden Kreisstadt in einer Kneipe, die gar nicht so übel und vor allem schön leer ist. Niemand aus Daarau wird sehen, dass ich kurz nach dem Tode meiner Mutter mit einem Mann hier bin. Ich bin zwar mit einem anderen Mann fest verbandelt, aber das Dorf ist neugierig, sehr neugierig.
Georg und ich sitzen an der Theke und knobeln, ich versuche, Georg das Schocken beizubringen. Dazu muss ich natürlich erstmal dreizehn Deckel haben, die kriege ich von der Bedienung - und die Knobelbecher mit jeweils drei Würfeln auch. „Ich will einen eigenen Deckel haben“, verlange ich von der Bedienung. Und ich bekomme meinen eigenen Deckel, auf dem alles aufgestrichelt ist, was ich jemals bestellen werde und auch bezahlen muss.
Wir machen ein paar Probespiele, Georg kapiert es schnell, und wir haben viel Spaß dabei.
Nebenbei erzählen wir uns Geschichten aus der Vergangenheit, natürlich haben sie alle mit dem Dorf zu tun.
Ich fange an: „Als ich dreizehn war, habe ich mich während der Ferien in einen blonden Jungen verliebt, der verbrachte auch immer die Ferien in Daarau, und ich habe immer nach ihm gesucht. Ich sehe mich auf einem riesigen Fahrrad durchs Dorf strampeln - es gehörte meiner Oma - um ihn endlich zu finden. Ich wusste zwar, in welcher Straße er zu Besuch war, aber er ließ sich nie blicken, der Blödsack! Mist aber auch ...“ Ich fange an zu lachen und rede weiter: „Doch dann endlich traf ich auf ihn, es war bei einem Schützenfest - wir fuhren gemeinsam in der Raupe, dieses neuartige Ding, wo man die Fahrenden mit einem Dach überstülpt - und da küsste er mich. Ich fand das gar nicht gut und gab meine Träume auf. Welch ein Jammer! Solange darauf hingearbeitet und dann kommt so gar nix?“
„Ja, das ist tragisch, unglaublich tragisch“, sagt Georg und grinst vor sich hin.
„Und du, hattest du auch irgendwelche Träume?“, frage ich ihn.
„Ich habe mal ein hübsches Mädchen auf einem Karussell gesehen, es hatte ein weißes Kleid an, und ich glaube, es handelte sich um dich. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie konnte ich das Mädchen nicht vergessen ... Vielleicht hätte ich mit diesem Mädchen auf der Raupe fahren sollen, um diese Träume abhaken zu können. Oder auch nicht. Aber egal: Es gab mal eine Witwe hier im Dorf. Ich war noch sehr jung, und die Witwe gerade mal einunddreißig.“ Georg fängt auch an zu lachen.
„Warum lachst du?“
„Mit siebzehn nimmt man alles mit, was einem geboten wird, und diese Witwe hatte sehr viel Erfahrung ...“
„Oha, sie hat dich also eingeführt!“
„Könnte man so sagen, im wahrsten Sinne des Wortes ...“
„Himmel, warum habe ich überhaupt gefragt? Männer haben keine Träume, die sind knallhart in dieser Beziehung.“
„Nicht so knallhart, wie du vielleicht denkst ...“
Wir gewinnen und verlieren beide so viel und so oft, haben so viel Alkohol zu trinken, dass wir mit dem Taxi nach Hause fahren müssen und uns - soweit ich mich erinnern kann - um die Bezahlung der Zeche streiten. Georg ist ein Dorfkind, und auf dem Dorf zahlen immmer die Männer. Unglaublich! Als Mann im Dorf sollte man sich hüten, in eine Kneipe oder in ein Restaurant zu gehen, weil man dort bekannte Frauen treffen könnte. Und hinterher ist Mann bestimmt pleite ... Das sage ich ihm auch. Glaube ich jedenfalls.
Wir kommen vor dem Haus meines Vaters an. Wir steigen aus, und ich schaue in den Himmel. In der Stadt ist die Sicht immer trübe und die Sterne sind verschleiert. Aber hier auf dem frostigen Land ist der Himmel so klar, wie ich ihn nie zuvor gesehen habe.
Meine Güte, alles ist deutlich zu erkennen, vor allem die Milchstraße und mit ihr einige Tierkreiszeichen, nämlich Löwe, Krebs, Zwillinge, Stier, Widder, Fische ... Aber die interessieren mich nicht, weil ich nicht an ihre Bedeutung glaube.
Ich bin von anderen Dingen fasziniert und starre wie gebannt in den klaren Himmel. Ich glaube sogar, dass ich den Andromeda-Nebel sehe, also unsere Nachbargalaxis, die so verdammt weit weg von hier und von uns ist ...
Es ist wunderschön!
Das Wintersechseck steht tief am Horizont: Capella im Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen, Prokyon im Kleinen Hund, Sirius im Großen Hund, dann der blauweiße Rigel im Orion, dem großem Jäger. Und zuletzt Aldebaran, das rote Auge des Stiers ...
Ich flüstere die Namen vor mich hin. Es ist fantastisch und ich könnte mich in diesem Anblick verlieren...
„Was siehst du am Himmel?“, fragt Georg mich gerade.
„Aldebaran, das Auge des Stiers“, sage ich leise. „Und noch vieles andere. Das würde man in der Stadt nie so sehen können ... Ich glaube, allein deswegen würde ich gerne hier wohnen. Und als erstes würde ich mir ein Teleskop zulegen, hier lohnt es sich.“
„Und was für ein Stern würdest du gerne sein, falls du ein Stern wärst?“
Georg ist doch sonst so nüchtern, und dann kommt so eine Frage? Das ist eine seltsame Frage, aber ich mag sie. „Siehst du diesen blinkenden Stern? Das ist Algol im Perseus. Dieses Sternbild sieht aus wie eine Giraffe, kannst du das erkennen?“, ich deute mit dem Finger in die ungefähre Richtung am Himmel, Georg nickt und ich fahre fort: „Perseus hat Andromeda gerettet, er hat für sie die Medusa bezwungen, aber ihr Auge blinkt immer noch gefährlich. Das ist natürlich Quatsch! In Wirklichkeit ist Algol ein veränderlicher Stern, man weiß nur nicht, warum er blinkt. Entweder hat er einen Begleiter, der ihn oft verdunkelt - oder er selber ist von innen her periodisch instabil. Wer weiß das schon ... Und ich bin genauso instabil wie Algol, mal hell, mal dunkler.“ Kann es sein, dass ich bei diesen Worten ein bisschen stammele? Zuviel getrunken ...
„Ja, wer weiß das schon ...“, sagt jemand, der mich in mein Zimmer bringt. Ist es Georg, mein Freund aus der Kindheit? Ich kenne ihn doch kaum, habe ihn nur viermal kurz getroffen, aber jede Begegnung mit ihm in Erinnerung behalten, obwohl ich mittlerweile meine große Liebe nach langen Schwierigkeiten gefunden habe. Und nun bin ich in der alten Heimat und muss meine Mutter beerdigen. Ach Mutter! Wir hatten unsere Probleme, ich war stur - du warst so frustriert und bestimmt auch unglücklich.

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Mal was anderes...

Neue Ausschnitte aus LOVE GAMES (wird bearbeitet) Robert und ich ...
Wir hatten wundervolle Wochen im Januar. "Sniff 'n' The Tears" hörten wir, während wir uns liebten. Und er war ein guter Liebhaber.
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Ich war zufrieden.
Aber so richtig verliebt bin ich nicht in Robert. Da fehlt was, ich weiß nicht, was es ist. Aber da fehlt einiges, und auf Dauer wird das mit uns nicht klappen.
Trotzdem bleibe ich bei ihm. Ich brauche das, um die Trennung von Parker zu überstehen. Robert hat viele Macken. Ich weiß natürlich, dass ich noch viel mehr Macken habe als er. Deswegen bleibe ich auch bei ihm. Wegen meiner Macken oder wegen der Trennung von Parker? Es ist nur die Trennung, der ich hintertrauere - und nicht Parker, um Himmels Willen! Es geht nur um mein altes bequemes Leben: Nichts hören, nichts sehen, nichts fühlen ...
Ein paar Wochen später im grimmig kalten Februar wird es allmählich stressig mit Robert. Irgendwie scheint er zu spüren, dass ich nicht mehr in ihn verliebt bin. War ich jemals in ihn verliebt? Ich weiß es nicht. Und obwohl die Nächte mit ihm recht geil sind – er ist super gut im Bett und das weiß er auch – sind die Tage öde, ich langweile mich, es liegt nicht an ihm, er ist intelligent und lieb, er lädt mich öfter zum Essen ein, griechisch meistens, und das finde ich schwer erotisch, es gibt mir ein irres Gefühl, von einem Mann mit dem ich schlafe, zum Essen eingeladen zu werden. Das habe ich in den letzten Jahren so nicht erfahren. Nach dem Essen bin ich allerdings so satt, dass ich fast nie Lust habe, mit ihm zu schlafen. Ich dulde es nur. Und da stimmt was nicht. Auch unsere gemeinsame Liebe zur Science-Fiction kann das nicht reparieren. Schade ...
Was kann man auch groß von einer arrangierten Beziehung erwarten?


Alle meine blöden Romane sind übrigens H I E R

Holidays in Kampodia

ALLES FERTIG!
KAPITEL X - Ausschnitt:
Glaubsalz Version 17* abgekürzt auch GS17 genannt, ist eine neue revolutionäre Substanz, die es ermöglicht, Menschen auch gegen ihre ursprüngliche Meinung dauerhaft von einem anderen Glauben zu überzeugen.
Im Augenblick besitzt das GS17 noch eine Halbwertszeit von vier Jahren. Das bedeutet, dass sich nach vier Jahren die Hälfte des GS17 zersetzt hat und die verbliebene Hälfte nur noch eingeschränkt auf den Probanden einwirkt. Man arbeitet aber an einer gesteuerten Halbwertszeit des GS17.
Gedanken darüber, wie man eine breitere Öffentlichkeit mit dem GS17 erreichen kann, werden zur Zeit erörtert und diskutiert von einem wissenschaftlichen Expertenteam. Man denkt zum Beispiel an die Verbreitung des GS17 im Trinkwasser, um danach durch gezielte unterschwellige Werbung im TV die bestmöglichste und effektivste Wirkung zu erreichen.
Anwendungsbereiche: Im politischen, geschäftlichen, sowie auch im privaten Bereich.
Nebenwirkungen: Keine
Nachteile: Gewisse Kältegrade können die komplizierte molekulare Struktur des GS17 zerstören. Diese Gefahr kann aber vernachlässigt werden, weil die Überlebenschancen gering sind (eintretender Tod oder Fehlfunktion = 80%).
Fazit: GS17 wird kontinuierlich weiterentwickelt, zumal ein großer Bedarf danach besteht (Beispiel: Präsidentschafts- oder sonstige politische Wahlen)
Ein weiterer Bedarf besteht auch bei den großen Kirchen in diesen Zeiten der schwindenden Gläubigen. Der Vatikan hat schon großes Interesse signalisiert.
Unsere Geschäftspolitik ist erfolgreich, und unsere Devise hat sich bestätigt: Nur wer‘s glaubt, ist selig...
*Es besteht keine Ähnlichkeit mit dem harmlosen Abführmittel Glaubersalz.
(Auszug aus einem hochgeheimen Bulletin der FIRMA)

Fortsetzung folgt, aber nicht mehr in diesem Theater, sondern dort:
Was geschah und geschehen wird und fertig ist...

Recent Visitors... ist leider übern Jordan gegangen. Schade drum, es war schön zu sehen, wie die Welt bei mir vorbei schaute...

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