ÄRZTE-ZAHNÄRZTE
"Haben Sie denn schon einmal daran gedacht, eine Darmspiegelung machen zu lassen?" (Sprechstundenhilfe beim Frauenarzt)
"Ääääh was? Nein, nicht wirklich!" (Ich)
"Wenn Sie allerdings dieses neue System anwenden wollen, ersparen Sie sich die Darmspiegelung. Und es ist auch sehr sicher. Der alte Test hatte da so seine Unzulänglichkeiten..."
"Echt?"
"Wirklich! Leider hat es den Nachteil, dass Sie es selber bezahlen
müssen..."
"Tsssss... Aber daran haben wir uns ja mittlerweile gewöhnt."
"Und es ist auch viel einfacher zu handhaben, nur einmal im Gegensatz zu den üblichen Kärtchen, wo sie ja drei Tage lang..."
"Oh ja, ich weiß... Na, geben sie's schon her! How much?"
"Fünfundzwanzig Euro."
"UFFFF!" (Ich)
Okay, ich habe es genommen und bezahlt, denn ich erinnerte mich noch sehr gut an das alte übliche Briefing der okkulten Art...
Ob und wann ich es allerdings mache, das entscheide ich ganz allein.
PS: Seit Oktober 2002 ist die Darmspiegelung Kassenleistung. Ab 55 Jahren haben Deutsche die Wahl: entweder alle zwei Jahre einen Test auf Blut im Stuhl (ich schätze mal, das ist der alte Test) oder im Abstand von zehn Jahren zweimal eine Darmspiegelung. Ist natürlich nicht jedermanns Vergnügen, sich einen zwei Meter langen Schlauch in den After stecken zu lassen...
Aber die Farben von dem Foto passen verdammt gut zu den Blogfarben, gelle? (Iggy geschmackvoll)
Samstag, 29. September 2007
Der gestrige Tag verlief teils nicht so gut, teils sehr befriedigend.
Befriedigend war: Ausnahmsweise erreichte ich pünktlich den Hauptbahnhof und freute mich schon drauf, diese S-Bahn zu kriegen.
Nicht so gut war: Diese S-Bahn fiel leider aus...
Befriedigend war: Ich hatte meinen letzten Zahnarzttermin*.
Nicht so gut war: Irgendwie war mir in meinem unergründlichen Rucksack meine E-Zahnbürste abhanden gekommen. Ich nehme sie seit kurzem ins Büro mit.
Befriedigend war: Später fand ich sie unter dem Innenfutter des Rucksacks (um sie alsbald wieder zu verlieren - und dann wieder wiederzufinden, heiliger Strohsack).
Nicht so gut war: Ich hatte vergessen, die Kommentarfunktion im Blog abzustellen. Und das erst zwei Tage später festgestellt...
Befriedigend war: Andere haben das auch festgestellt und fleißig kommentiert. Womit habe ich das verdient? Ich sollte das ein wenig lockern. Ab und zu und dann und wann.
*Apropos Zahnarzt oder apropos Paradontitisbehandlung, es war erträglich, nur der erste Tag, als es mit dem Oberkiefer losging, der war schrecklich, da tat hinterher alles weh trotz Betäubung. Der Zahnarzt war auch so nett, Ober- und Unterkiefer nicht noch in Hälften aufzuteilen wie es wohl üblich ist. Also hatte ich nur zwei, aber dafür richtig blutige... äääh Behandlungen. Der Rest bestand aus antiseptischen Spülungen und das an fünf fast aufeinanderfolgenden Tagen. Die muss man selber bezahlen: 22,50 Euro. Nicht die Tage, sondern die Spülungen natürlich.
Alles in allem: Es war erträglich, ungenehm zwar, und manchmal tat es auch ein bisschen weh, aber es ging so, und ich hoffe, ich bleibe jetzt von Entzündungen verschont. Drei Kreuze - oder besser noch drei Zahnbürsten und drei Mundduschen...
"DABLEDDEN brauch' ich unbedingd." Ich wedelte demonstrativ mit der Altschachtel meiner Blutdrucktabletten herum, um mich verständlich zu machen.
Die Sprechstundenhilfe schaute mich an, als wäre ich nicht ganz gescheit.
"Wollen Sie zum Doktor rein?" fragte sie schließlich.
"Neeiin! Ich kann doch nicht prechen. Ssaanarz!"
Das hat sie dann wohl verstanden, mitleidig genickt und flugs das Rezept ausgestellt.
Es ist nicht leicht zu sprechen, wenn man eine Unterlippe in der Größe eines Kuchentellers hat. Aber viel viel dicker...
Ich trage mein Zahnteil eigentlich nur, wenn ich zum Zahnarzt gehe.
Und heute ist das wieder der Fall. Ich habe leichte Schmerzen bis hoch zum linken Nasenflügel. Das Zahnfleisch ist entzündet, und am liebsten würde ich mir den oder die Übeltäter ziehen lassen, bis keiner mehr übrigbleibt, also bis zum zahnlosen Säuglings- oder Greisenzustand. Na ja, toll ist das bestimmt nicht, aber dann hat man zumindest keine Zahnschmerzen mehr.
Aber nein... mein Zahnarzt schießt sich als erstes auf das Zahnteil ein. Ich habe dummerweise darüber geklagt, dass es nicht mehr so richtig passen würde (kein Wunder, wenn man's nur einmal im Jahr trägt). Daraufhin feilt er mindestens eine Viertelstunde daran herum, aber es fühlt sich immer noch wie ein Fremdkörper an.
Weiter: Ich beziehungsweise meine Zähne werden geröntgt. Geröntgt? Sieht saublöd aus... Klar doch, das Zahnfleisch ist zurückgegangen. Man schlägt mir eine Paradontosebehandlung vor... Ich willige ein, obwohl ich genau weiß, dass dieser Teufel von einem Zahnarzt nur auf weiteren Zahnersatz aus ist, den er mir nach erfolgreicher Paradontosebehandlung angedeien lassen wird. Die Parandontosesache wird übrigens nicht ganz von der Kasse bezahlt, 100 Euro muss man schon dazutun. Und es sind mehrere Sitzungen...
Ich erinnere ihn an meine Schmerzen. Daraufhin bohrt er ein bisschen am Zahnfleisch herum, schmiert mir ein übelschmeckendes Zeug bis hoch neben die Nasenflügel - und verleiht der Hoffnung Ausdruck, dass sich alles beruhigen wird, ansonsten könne man ja immer noch Antibiotika...
Zu Hause: Ich lege das Zahnteil in ein kleines Plastikteil, werde es beim nächsten Besuch wieder anlegen. Balde...
PS: Drei Monate später. Ich glaube, es hat was gebracht, keine Entzündungen mehr (toitoitoi), zahnfleisch sieht gut aus. Meine beiden Wackelzähne wackeln weniger. Und es war zwar unangenehm, aber zu ertragen.