ESSEN.die.STADT

Sonntag, 6. Juli 2008

Gute Orte, böse Orte...

Es gibt gute Orte, und es gibt böse Orte. Zum Beispiel halte ich das Siepental im Essener Süden - es reicht fast bis an die Ruhr - für einen bösen Ort. Dieses Tal ist eigentlich nur eine langezogene Senke mit etwas hochgezogenen Seiten. Aber diese haben es in sich...
Wie eine Freundin mir berichtete, versuchte sie nach einem ausgelassenen Biergartenabend die Senke seitlich zu verlassen, statt gemütlich auf dem Talboden herauszuspazieren. Sie krabbelte stundenlang die Talränder hoch, purzelte immer wieder herunter und musste von vorn anfangen. Bis sie dann schließlich von Panik ergriffen den normalen Weg wählte. Tja, ist schon unheimlich....
Auch ich selber hatte dort schon seltsame Geisteszustände. Es war nach einer durchzechten Nacht, als man am nächsten späten Morgen ein Gartenlokal namens "Zum Grünen" im Siepental besuchte - und dort stundenlang sitzenblieb. Als man sich endlich abends um sieben Uhr auf den Nachhauseweg machte, war es seltsamerweise schon bedrohlich dunkel draußen. Und überall sah ich das Böse, hinter jedem Busch sah es hervor, und es lauerte sogar im Gras. Ich war so aufgebracht darüber, dass ich Leute beschimpfte, böse zu sein (wurde mir später berichtet) und dass ich hinterher mehrere Scheibenwischer von mehreren Autos abbrach. Wahrscheinlich war das Böse auch in mich selber gelangt... Zu Hause veriegelte ich die Tür und verkroch mich in meinem Bett.
Wie auch immer, irgendetwas stimmt nicht mit diesem Tal.
Meine Theorie ist: In Wirklichkeit fand HIER die 'Schlacht im Teutoburger Wald' statt, in der Varus' Legionen von einem gewissen Arminius, alias Hermann vernichtet wurden. Und wahrscheinlich liegt soviel Blut in diesem Tal, dass es einen ganz meschugge macht.

Aber es gibt auch gute Orte. Zum Beispiel die XXXXXXterrassen im XXXXXpark. Warum die Ixxe? Weil ich absolut keine Lust habe, diesen herrlichen friedlichen Ort mit zehntausend anderen Leuten zu teilen. Denn dann wäre er nicht mehr so herrlich und friedlich. Das ist egoistisch gedacht, gelle? Aber ich kann nicht anders.
Man kommt sich an diesem Ort vor wie mitten auf dem Lande. Man sitzt dort mitten im Lavendel, man schaut in hohes Schilfgras, und dahinter fängt der Wald an. Das ist natürlich eine Illusion, denn direkt hinter einem erhebt sich die gläserne Wand eines Messegebäudes inklusive Kantine.
Aber der Storch scheint auch dieser Illusion zu erliegen. Er ist fast jeden Abend da, der Gute...

Und man will nicht weg, man ist so eingehüllt in Frieden und in gute Gedanken, dass man sich kaum trennen kann.
Manchmal sehe ich einen einsamen Jogger, der die Wege entlangschnauft, ohne auf die Natur zu achten. Er benutzt den Weg nur, weil es hier keine Autos gibt, er hat keinen Blick für die untergehende Sonne und für die bizarren Wolken. Er hat keinen Blick für die üppige Vegetation und die vielen Insekten und Vögel. Er läuft einfach nur daher, stumpf und blind und schnaufend. Er spürt nichts...
Und irgendwie habe ich schon Angst vor dem Herbst und dem Winter, wenn es zu kalt sein wird, um hier zu sitzen und in den Himmel über den Baumwipfeln zu schauen, sich am Blau und am Duft des wuchernden Lavendels zu berauschen und sich von den hohen, im Wind hin und herschwankenden Gräsern in Trance versetzen zu lassen.

PS: Ich habe die Kommentare mal abgeschaltet, bin zuviel anderweitig beschäftigt, und außerdem scheinen so viele blogs tot zu sein oder sie schweigen - aber zur Not ist rechts im Menü eine K.O.MM.E.N.T.A.R.E...-Funktion.

Sonntag, 18. Mai 2008

Nachlese

Ach ich weiß nicht, ich bin absolut blogunlustig. Ich hoffe, dieser Zustand verschlimmert sich nicht. Ich mach's eigentlich nur noch, um gewisse Sachen zu konservieren. Zum Beispiel das Pfingstwochenende.
Ich hatte vergessen, den Wecker auszuschalten, und der weckte mich um sechs Uhr morgens am Pfingstmontag. Und ich stand auf. Tatsächlich! Irgendwie hatte ich im Kopf, eine etwas längere Fahrradtour zu machen. Vielleicht würde ich sogar den Baldeneysee erreichen. Utopie natürlich bei meiner Kondition...
Aber ich fuhr immerhin ein Stück weiter als normalerweise. Das war natürlich einfach, weil es nur noch bergab ging. Aber dann bekam ich Angst. Was wäre, wenn ich den langen Aufstieg zurück nach Hause nicht schaffen würde. Wenn ich auf der Strecke bleiben würde sozusagen...
Also nahm ich die nächstbeste Ausfahrt vom WFFHW* - und landete im Stadtteil Rellinghausen. Lange nicht mehr dort gewesen. Aber ich war eindeutig im Süden der Stadt. Dazu muss ich sagen, es gibt in Essen ein sagenhaftes Nord-Süd-Gefälle, erst einmal höhenmäßiger Art, der Norden ist nämlich ein bisschen flacher als der Süden. Dann auch noch landschaftsmäßig, der Norden - so leid es mir tut das zu sagen - ist bei weitem nicht so idyllisch wie der Süden. Und zuguterletzt kommt die soziale Komponente hinzu. Ratet!!!
Also Rellinghausen, wunderbarer Stadtteil, teilweise an der Ruhr gelegen, mit historischen Fachwerkhäusern im Dorfkern und außerdem einer Bäckerei, die am Pfingstmontag aufhatte. Aber ich Dussel war natürlich zu blöde, ein paar Brötchen zu kaufen, weil der Laden gerade so voll war. Zum Frühstück musste ich dann trockenes Brot essen. Gibt aber Schlimmeres...
Wie auch immer, es war ein toller Ausflug, vor allem weil er nicht lange dauerte. Der Rückweg war kein Problem. Und deswegen werde ich beim nächstenmal ein wenig weiter fahren, zuerst bis zur Ruhr. Und dann bis zum Baldeneysee. Und dann vielleicht bis zum Rhein. Und dann vielleicht bis ans Meer. Hinkommen ist ja kein Problem, weil es immer bergab geht...

Später dann fotografierte ich im Garten den Blauregen, der ist auch bald hinüber. Wie alles...

* Wander-Fußvolk-Fahrrad-Hunde-Weg

Montag, 17. März 2008

Ich will dich nicht mehr,

denn du bist ein total kalter Typ. Zuerst hab' ich ja gedacht, ich könnte etwas mit dir anfangen. Nach strahlendweißen und eisblauen Tagen mit dir schwebten mir kuschelige Abende vor.
Doch es war nicht so wie erwartet. Du gingst auf keinen meiner Wünsche ein. Du warst fast immer grau und nichtssagend. Du hast jedes Gefühl in mir erstickt, als ob ich schon tot wäre. Und du gabst mir nicht den Hauch der Wärme, die ich brauche.

Aber dann kam ER. Er ist so total anders als du. Er bringt mich zum Singen, ich glaube, ich bin verliebt...

Also geh' endlich weg! Good bye! Arrivederci! Schieß in den Wind, Moskito! Go einfach home, Winter! Das ist mein letztes Bild von dir!

PS: Lago Baldini (Baldeneysee) in Essen bei Sonnenaufgang. Man sieht den See in der Ferne dampfen...

Freitag, 22. Februar 2008

Es ist ganz egal,

...ob ich morgens früher aufstehe oder später - ich muss auf jeden Fall immer dem Bus hinterher rennen... ***

...ob ich mir die teure Antifaltencreme ins Gesicht schmiere oder die billige Handcreme - ich sehe damit nicht schlechter aber auch nicht besser aus...

...ob ich einen Zwergschirm für 1 Euro fünfzig oder einen für 15 Euro kaufe - sie gehen beide schnell kaputt...

...ob ich mir was aufschreibe zur Erinnerung oder es sein lasse - ich finde es sowieso nur durch Zufall wieder...

***Außer heute, da wurde gestreikt, aber ein netter Kollege nahm mich morgens mit. Nur das Nachhausekommen gestaltete sich schwierig, weil ich nämlich nur bis zwei Uhr arbeite. Also zu Fuß gehen. Und vorher überlegen: Wo läuft man her, auf welchem Weg ist es am kürzesten und auf welchen ist es am angenehmsten? Aber als ich schon auf dem Weg war, schmiss ich alles wieder um, lief in die andere Richtung, hätte fast noch die Villa Hügel besucht, das war mal der Wohnsitz der Krupps, sah viel Wald, machte ein Foto von viel Holz,
erreichte die S-Bahn gerade noch, musste nur zweimal umsteigen und war nach 1 1/4 Stunden zu Hause.
Man könnte sich fast dran gewöhnen. Aber warum streiken die eigentlich immer im Winter, wenn man nicht Fahrradfahren kann?

Dienstag, 12. Februar 2008

Schonfrist?

Da war ich doch tatsächlich mal im Museum, genauer gesagt im Folkwang-Museum. Und zwar bei der Plakatausstellung 1968.
Interessant war es, vieles kannte ich noch aus eigener Anschauung - und es war umsonst. Na gut, nicht ganz umsonst, ich kaufte nämlich dieses Plakat:



In Wirklichkeit ist es ein bisschen größer, nämlich so circa 90 x 130 Zentimeter - und ich brauche noch eine freie Wand, auf der es zur Geltung kommen könnte...

Danach besuchte ich mit Freundin Gabi ein Cafè. Es wurde voller im Laufe der Zeit (okay das ist normal), aber dann auf einmal fingen alle an zu rauchen. Sogar zwei Mütter mit Babies pafften wie die Schlote, aber die Babies beschwerten sich nicht darüber. Na also...

PS: Ich fand dann später heraus: die Schonfrist für Raucher gilt noch bis Mai, woanders bis Juli oder ganz woanders vielleicht für immer.

Freitag, 8. Februar 2008

Essen kann auch


schön sein...

Sonntag, 26. August 2007

Das Ende der Parade...

Die Hinfahrt war kniffelig. Keine Bahn am Horizont. Fuhr mit Bus nach Mülheim, stieg dort in die schon brechend volle U18 um, in der Rot-Weiß-Essen-Fans ihre Schlachtgesänge abhielten. Viele Bahnhöfe waren gesperrt, aber ich bin angekommen!

Ach Gott ja. Voll Volk! Alle waren aber bemüht, sich nicht gegenseitig auf die Füße zu treten, und das fand ich toll. Trotzdem behagte mir das Bad in der Menge nicht und stattdessen habe ich die Klo-Häuschen fotografiert:

Hmmmm, diese Stadt sieht aus, als wäre der Krieg gerade zu Ende, nee, nicht wegen der Loveparade, sondern wegen des Baubooms. Ich dachte, mich trifft der Schlag, als ich das Karstadt-Gebäude sah, hübsch zugebaut von einem ekligen Parkhaus. Aber die historische Fassade soll ja sowieso 2008 abgerissen werden. Und hinten herum ist man schon fleißig dabei, das Karstadt-Parkhaus abzureißen. Dann kommt was neues dahin. Dafür ist Geld da, aber Freibäder werden geschlossen...

Ansonsten hübsche Mädels:

und die Bolizei war auch sehr nett:

Und heute morgen um 10.30 Uhr war alles schon wieder in Ordnung - aber auch nur fast:

Samstag, 25. August 2007

LOVE PARADE...

Findet die überhaupt statt oder ist das nur ein Gerücht? Bis auf die vielen Absperrungen merkt man noch gar nichts. Und mein Stadtpark, die Gruga war gestern abend geschlossen. Ich erfuhr, dass man sich gegen wilde Schläfer schützen wollte.
Auf der Kirmes vor der Gruga war auch nichts los. Allerdings übte hinter einer Absperrung ein DJ ganz gute Sachen. Blöd ist nur, dass Techno sich immer anhört wie ein vielversprechendes Vorspiel, das dann trotz seiner Lautstärke irgendwo versickert.

Und wenn ich wirklich nachher dorthin gehe, dann werde ich diese Ohrenschützer mitnehmen:

das ist NICHT die Originalgröße!
Falls ich sie in hineinbekomme, ich habe da nämlich so Probleme mit den Ohren...

Wir haben jetzt um 9.00 Uhr schon 20°, und es fühlt sich an, als würde die Stadt tief Luft holen...

Mittwoch, 22. August 2007

AM WOCHENENDE IST ES SOWEIT!

Ich bin schon ganz aufgeregt!

Und ich frage mich, ob ich vielleicht den Fellbikini anziehen soll, oder besser gar nichts mit ein paar puschligen Blüten, die die strategischen Stellen (gottseidank) verhüllen.

Aber ich werde auf jeden Fall hingehen und sei es auch nur zum Fotografieren.

Die LOVE-PARADE hier in ESSEN! Wer hätte das je gedacht?

Na ja, vielleicht gehe ich doch nicht hin....

Verzapftes:

ist ja nicht viel passiert,...
ist ja nicht viel passiert, ich bin noch da, der oder...
iggy (anonym) - 7. Jul, 12:10
so kurbelt man die wirtschaft...
so kurbelt man die wirtschaft an... und ich würde...
iggy (anonym) - 7. Jul, 12:09
wahnwitzig, genau! :-)...
wahnwitzig, genau! :-) das mit den luftpumpen darfst...
punctum - 7. Jul, 11:17
Da ist man mal ein klitzekleines...
Da ist man mal ein klitzekleines bisschen nicht da.......
Trick_17 - 7. Jul, 10:56
ach schätzelein,...
ach schätzelein, deine kommentare sind wie immer...
Iggy - 6. Jul, 14:52
Ööööööööh........
Ööööööööh........
punctum - 6. Jul, 12:08
jetzt haben wir ja erst...
jetzt haben wir ja erst mal ein wenig ruhe, bis die...
iggy (anonym) - 4. Jul, 12:35

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Holidays in Kampodia

KAPITEL VIII - Ausschnitt
„Wieso hast du meine Mutter getötet?“
Max und Zirza wandten sich der Stimme zu, in der die Tränen über den getöteten Kater noch mitschwangen.
Zirza starrte eine Weile mit ihren schwarzen Augen in Andromedas Gesicht, bevor sie schließlich sagte: „Warum wohl? Kassiopeia hat die Götter beleidigt!“
„Wieso? Werde ein bisschen deutlicher!“ Andys Stimme klang hart und unerbittlich.
„Deine Mutter hat mir Archibald weggenommen. Er war fast schon dabei, mir einen Antrag zu machen. Aber nein, er musste sich ja in diese...“, Zirza spuckte die Worte förmlich aus, „ach so gute Frau verlieben. Und das habe ich ihr nicht verziehen.“
„Das ist krank“, sagte Andromeda mit zitternder Stimme.
„Nein, mein Kind, krank ist das, was dein Perseus dir angetan hat!“ Nun klang Zirzas Stimme triumphierend. Sie hatte zwar verloren, aber die Rache war ihr sicher.
„Wieso Perseus? Was meinst du?“
„Nun, er war es doch, der dich entführt hat. Er war der Jäger, der Schneewittchen töten sollte. Und er war auch das Ungeheuer, das Andromeda umbringen sollte...“
„Nein.“ sagte Andromeda leise.
„Oh doch. Frag’ ihn!“ Zirza schien unerbittlich.
„Nein.“ sagte Andromeda angstvoll - und schien nicht fähig zu sein, dorthin zu blicken, wo Max stand.
„Warum glaubst du, hat er dich gefunden? Warum wohl? Natürlich nur, weil er wusste, wo du warst. Ist doch sonnenklar! Ist es nicht herrlich, dass Max, dein Farmerboy und Geliebter, gleichzeitig Perseus und das Ungeheuer ist. Ich hätte das seinem eher schlichten und stereotypen Charakter gar nicht zugetraut.“
„Das ist nicht wahr“, sagte Andy mit tonloser Stimme. Sie wandte sich langsam Max zu und sah ihm in die Augen. In diese grauen Augen, die sie so liebte.
„Sag mir, dass es nicht wahr ist!“
Max konnte es nicht sagen, und deswegen floh er aus dem Zimmer.
Andromeda schaute ihm fassungslos nach. Und sie krümmte sich wie unter einem heftigen Schlag. Ihr ganzes Leben war in diesem kurzen Augenblick in Stücke zertrümmert worden.
Nichts war wahr, was sie für wahr gehalten hatte.
Max war ihr Retter und ihr Verderber zugleich.
Max hatte ein Kind im Wald ausgesetzt und es fast sterben lassen. Und sie war das Kind gewesen.
Aber es konnte nicht wahr sein. Der Max, den sie kannte, hätte das niemals getan.
Und dennoch... Warum war er aus dem Zimmer geflohen? Warum hatte er es nicht abgestritten? Warum, warum, warum...
Was hatte er mit Zirza zu tun. Warum wusste Zirza es?
Es war alles so ekelhaft. So fürchterlich.
Sie wollte nicht daran denken, weil sie nicht glauben wollte.
Sie wollte nicht daran denken, weil es so wehtat.
Sie sank in sich zusammen, und ihr Körper schaltete sich wie von alleine aus, er schaltete für fast zwei Tage ihr Denken aus, um sie vor der brutalen Wahrheit zu schützen, und während dieser Zeit lag sie von Fieberkrämpfen geschüttelt in ihrem Bett.
Keiner konnte sie in diesem Zustand erreichen.
Fortsetzung folgt, aber nicht mehr in diesem Theater, sondern dort:
Was geschah und geschehen wird...

meine anderen:







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