„Nehmen Sie doch Platz, Herr Tigger!“
Herr Tigger legt sich zögernd auf die braune Ledercouch und wirft dem Psychologen einen misstrauischen Blick zu.
„Ich hörte, dass Sie ziemliche Probleme haben“, fährt dieser fort.
Herr Tigger schaut mit starrem Gesichtsausdruck aus dem Fenster und ignoriert den Psychologen einfach.
„Gut, ich verstehe. Also versuche ich selber, Ihr Problem zu interpretieren, denn Sie haben ein Problem, ein großes Problem...“
Herr Tigger sagt immer noch nichts, sondern betrachtet nun nervös sein linkes Bein.
„Man hat mir erzählt, dass Sie anscheinend Beine hassen und dass Sie öfter versuchen, die Beine von Leuten zu attackieren, einfach so und ohne Grund.“
Herr Tigger betrachtet immer noch sein Bein, welches auf einmal verdächtig zuckt.
„Die Leute sind ziemlich irritiert deswegen“, der Psychologe räuspert sich. „Denn man weiß nicht, womit man Ihr Missfallen erregt hat....“
Herr Tigger hört ihm anscheinend gar nicht zu, er ist nur auf sein Bein fixiert, welches auf einmal ein furchtbares Eigenleben entwickelt und Herrn Tigger mitten ins Gesicht stößt und kratzt. Herr Tigger gibt einen erstickten Laut von sich und stürzt sich auf sein Bein. Ein grimmiger Kampf entbrennt, Herr Tigger und sein Bein wälzen sich zu einem Knäuel verkeilt auf der Couch des Psychologen herum, und Herr Tigger beißt knurrend immer und immer wieder in das vermaledeite böse Bein.
Der Psychologe schaut fassungslos zu, seine Fassungslosigkeit schlägt in Entsetzen um, als Herr Tigger von der Couch herunterspringt und bei jedem Schritt dicke Blutstropfen auf dem beigen Teppichboden verstreut.
„Mein schöner Teppich! Verschwinden Sie bloß aus meiner Praxis, Sie... Sie blutendes Untier!“
Mit drohenden Schlitzaugen blickt Herr Tigger zu ihm empor, und der Psychologe kann sein rechtes Bein nur durch einen gewagten Sprung auf den Tisch in Sicherheit bringen.
PS: Tja, wenn einer dieser genialen Katzenpsychologen

diese Krankheit erklären - oder gar heilen könnte, tja, dann wäre ich ihm sehr verbunden... ;))